8 Gründe warum wir Initiativen wie die von Qais Yaqubis Blog unterstützen müssen


Weil Qais gerade mal wieder beim THW ist, nutze ich die Gelegenheit auf die Frage einzugehen, was mich dazu bewegt hat seine Initiative so gut wie möglich zu unterstützen:

  1. Mehr Dialog, mehr Verständnis- bessere Integration: In der Entwicklungszusammenarbeit, und ich sehe da in der Flüchtlingshilfe keine Ausnahme, mangelt es zu oft an Kommunikation und Dialog zwischen denen den man helfen möchte und den Helfern; zu oft konzipieren wir tolle Ideen und Projekte ohne vorher diejenigen die davon profitieren sollen zu fragen was sie davon halten; in Qais Blog sehe ich die Möglichkeit anderen die Chance zu geben durch einen Flüchtling selbst zu lernen was bei der Integration hilft, was nicht und wie wir dabei am besten unterstützen können.
  1. Flüchtlinge
    Übersetzung: „Egal wie gebildet, talentiert, reich oder cool du denkst zu sein, am Ende zählt einzig und allein wie du andere Menschen behandelst.“

    Flüchtlinge nicht als Herausforderung sehen, sondern als Teil der Lösung: Die Betroffenen von Herausforderungen, in diesem Fall Flüchtlinge, sollten in die Entwicklung von Lösungen von Anfang an mit eingebunden werden; damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: 1. Wir nutzen das Potential der Flüchtlinge selbst (und viele bringen davon viel mit) und vermitteln ihnen dadurch auch mehr Selbstwertgefühl (ein Problem selbst lösen zu können fühlt sich immer besser an als ‘Almosenempfänger’ zu sein) 2. Wer von uns rollt mittlerweile nicht mit den Augen wenn sich z.B. mal wieder ein Flüchtling darüber beschwert dass er in einem Dorf leben muss und nicht in der Großstadt leben darf – dem mit der Frage “Wie würdest du das Problem lösen wenn es deine Entscheidung wäre und auf einmal so viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen?” halte ich für wesentlich sinnvoller und zielführender als zum zehnten Mal zu erklären warum das nun einmal so ist; Wenn Menschen wie Qais über einen Blog ihre Ideen, Wissen und Konzepte teilen können wir diese in die Entwicklung von Lösungen für Herausforderungen einbinden, anstatt uns selbst ständig den Kopf zu zerbrechen.

 

  1. Flüchtlinge
    Übersetzung: „Nur weil du Recht hast, heißt das nicht das ich falsch liege. Du hattest nur noch nicht die Möglichkeit das Leben von meiner Seite zu sehen“

    Interkulturelle Kommunikation fördern: Viele Missverständnisse oder auch Unverständnis beruhen auf einem Mangel an Wissen über Kultur, Religion oder auch dem was andere durchgemacht haben; Webseiten und Blogs wie die von Qais bringen uns nicht nur die Kultur/Herkunft/Religion und ihre Fluchtgeschichten näher und lassen uns sie als Menschen besser verstehen, sondern helfen uns auch zu verstehen wie sie uns und unsere Gesellschaft wahrnehmen. So können wir auch identifizieren an welchen Stellen vielleicht noch mehr Erklärungsbedarf besteht;

 

 

 

 

 

  1. fb_img_1480132116764Geflohene nicht nur als die ‚Kategorie Flüchtling’ zu betrachten sondern wieder als Menschen zu sehen: Multikulteralismus in Deutschland ist meiner Ansicht nach nicht gescheitert, was tatsächlich in der Vergangenheit scheiterte ist der Dialog und die Kommunikation; jeder Flüchtling ist in erster Linie ein Mensch mit einer traumatischen Geschichte der bis zu seiner Ankunft meist alles verloren hat; dabei ist es wichtig das sie nicht ständig immer nur als Flüchtlinge wahrgenommen werden, sondern als Menschen konfrontiert mit einer großen Herausforderung die sie meistern möchten und dabei ab und zu etwas Hilfe benötigen; Facebook Gruppen wie  „Flüchtlinge sind Menschen wie du und ich – we are all humans“ fördern genau diesen wichtigen Ansatz; Qais indem er seinen Weg mit uns teilt hofft dabei das Geflohene vor allem wieder als das neue Familienmitglied, einer neuer Kumpel oder einfach nur guter Nachbar empfunden werden und nicht nur als Flüchtling
  1. Flüchtlinge
    Übersetzung: Es ist besser alleine zu laufen, anstatt mit der Masse in die falsche Richtung

    Einem Negativtrend Einhalt gebieten: Die ursprünglich extreme „Willkommenskultur“ wurde irgendwann in Teilen der Bevölkerung zur „Paranoia Kultur“; dabei gibt es unter jenen die Kanzlerin Merkel für ihre Flüchtlingspolitik kritisieren leider zu viele hoffnungslose Rassisten, aber auch welche denen Flüchtling Angst machen aufgrund von negativer Presse, Gewalttaten oder anderen Ängsten; viele davon haben schlichtweg Angst vor dem ‚Unbekannten’, in diesem Fall Menschen aus anderen Kultur,- und Religionskreisen; mit diesen Angst befangenen Stimmen sollten wir uns jedoch konstruktiv auseinandersetzen und den Dialog suchen um Ängste abzubauen, anstatt sie nur abzuschmettern; wir sollten dabei daran erinnern das gewalttätige Flüchtlinge eine Ausnahme darstellen, die Zahl rechtsradikaler Gewalttaten gegenüber Flüchtlingen um einiges höher ist (verdoppelte sich von 2014 auf 2015) und es unter dem Strich gesehen in jeder Kultur ‚schwarze Schafe’ gibt – in unserer nicht weniger als in anderen; Qais möchte mit seinem Blog die Möglichkeit zum Dialog eröffnen

  1. Flüchtlinge
    Übersetzung: „Das Problem mit engstirnigen Menschen ist, dass ihr Stimmen meist lauter sind als die anderer.“

    Eine Kampfansage an Rassismus, Fremdenhass und Unmenschlichkeit: Rassisten haben oftmals mehr Gehör in der Öffentlichkeit als die positiven Stimmen; indem wir Menschen wie Qais dabei unterstützen ihre Geschichte/Ideen zu teilen und die positiven Seiten der Zuwanderung darstellen, nehmen wir Rassisten automatisch den Wind aus den Segeln sowie die Möglichkeit mehr Unterstützer zu finden

 

 

 

 

 

 

  1. Flüchtlinge
    Übersetzung: „Jene die fähig sind über die Schatten und Lügen ihrer eigenen Kultur hinaus zu sehen, werden nie verstanden werden und noch viel weniger werden ihnen die Massen Glauben schenken.“ – Plato

    Politik beeinflussen: Wenn man die Flüchtlingspolitik und ihre Folgen aus den 80er/90er mit der von heute vergleicht, dann hat sich an manchen Stellen tatsächlich ein wenig zum besseren verändert und an anderen Stellen machen wir genau die gleichen Fehler wieder; nach wie vor gibt es eine Tendenz dazu das Flüchtlinge nicht unter uns leben sondern es sich darauf hinaus läuft, dass sie in bestimmte Stadtteilen angesiedelt sind; auch verschärfen wir genau wie damals wieder die Asylgesetze; an so mancher Stelle hört man dann z.B. das man lieber an die Türkei Geld zahlt um den Flüchtlingsstrom aufzuhalten, anstatt ihnen im eigenen Land zu helfen um zu verhindern das rechtsradikale Parteien nicht noch stärker werden; während das nachvollziehbar ist, ist es am Ende doch falsch: Zum laufen wir Gefahr so einigen Schutzsuchenden am Ende den nötigen Schutz zu verwehren und zum anderen geben wir den Parolen rechtsradikaler Parteien mit dieser Reaktion ja sogar noch Recht; eine gute politische Führung sollte sich in erster Linie um mehr Kommunikation und ehrlichen Dialog bemühen, welcher der Bevölkerung die Angst nimmt; nicht zuletzt wäre mehr Offenheit und Ehrlichkeit darüber, dass unsere Wirtschafts,- und Außenpolitik gegenüber Drittstaaten an der Misere anderer Länder nicht ganz unschuldig ist, sicher nicht verkehrt; ich bin mir sicher, dass intelligente Menschen wie Qais als auch so manch anderer Flüchtling am Ende für unser Land ein großer Zugewinn sein werden – Menschen von denen auch wir viel lernen können

  1. Trainiere den Trainer (train the trainer): Kaum jemand ist letztendlich besser qualifiziert bei der Integration neuer/anderer Flüchtling behilflich zu sein und dafür zu sorgen das Integration funktioniert, als Menschen wie Qais, die das bereits erfolgreich gemeistert haben; sie stellen eine wertvolle Schnittstelle zwischen unserer Kultur und jener der Neuankömmlinge dar; da sie aus dem gleichen Kulturkreis wie die Neuankömmlinge kommen und gleichzeitig die Grundsätze deutscher Kultur und Wertevorstellungen bereits weitestgehend verstanden/verinnerlicht haben, können sie diese Neuankömmlingen am glaubhaftesten vermitteln; aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir uns hinter Vorbilder wie Qais stellen, ihrer Stimme mehr Gewicht verleihen und sie stärker machen

In diesem Sinne wünsche ich Qais nicht nur Erfolg mit seiner Initiative, sondern hoffe dass er möglichst viel Feedback erhält und sich viele Menschen an seiner Initiative, sei es durch Kommentare/Fragen/Teilen/Artikel oder auch Ideen, beteiligen werden.