Maria – es tut mir aufrichtig leid

„Respektierst du Frauen?“, hat mich neulich erst in der Arbeit bei Bosch Siemens in Traunreut eine Kollegin gefragt. „Warum fragst du mich das? Hast du den Eindruck ich habe keinen Respekt für dich?“, entgegnete ich etwas verdutzt. „Doch du schon. Aber bei uns gabs letztens einen Praktikanten aus Afghanistan der konnte es gar nicht leiden wenn die Chefin eine Frau ist und ihm sagt was er machen soll. Das ging im so gegen den Strich, dass er am Ende das Handtuch geworfen hat und aufgehört hat“, erklärte sie mir. „Du bist anders als andere, warum?“, fügte sie dann hinzu. „Keine Ahnung ich bin einfach so. Respekt für Frauen ist der Normalzustand für mich.“ Auch meine Religion verlangt dass ich Frauen, und meine Mutter im Besonderen, respektiere.

Ich kann mich noch gut an die vielen Weisheiten von meinem Opa erinnern. Von klein an hat er mir beigebracht, dass Frauen wie Blumen sind. Umso besser man sie behandelt und versorgt desto glücklicher sind sie und umso mehr machen sie auch für dich. Genau wie eine Blume, die man nicht mit Wasser giesst irgendwann verwelkt, so leidet am Ende auch eine Frau wenn man sie schlecht behandelt. „Frauen musst du mit Blumen, Schokolade, Geschenke oder Einladungen ’schlagen‘, aber nicht mit den Händen“, hat mir mein Opa immer und immer wieder eingetrichtert. Seine Worte beeinflussen mich noch heute sehr. Um ehrlich zu sein ist das in meinem Land aber genauso wenig eine Selbstverständlichkeit wie anderswo.

Es hat mich in Deutschland immer wieder irritiert, dass wir als Flüchtling mehrmals eine Lektion oder Unterricht im Verhalten zwischen Männer und Frauen bekommen haben. „Frauen tragen im Sommer wenig Kleidung, dass heisst aber nicht ihr könnt euch einfach an sie ranmachen,“ wurde uns in einem der vielen Aufklärungskurse vermittelt. Um ehrlich zu sein hat es mich tatsächlich teilweise verletzt dass wir immer wieder diesen Belehrungen unterzogen wurden. Bei mir kam das so an, als würde man pauschal davon ausgehen, dass alle Flüchtlinge sich wie wilde Tiere verhalten. Ich denke auch das schäbiges Verhalten gegenüber Frauen so wie Sexualverbrechen wenig mit Kultur, sondern vielmehr mit der Persönlichkeit eines Mannes zu tun haben. Aber wer weiss vielleicht haben manche männliche Flüchtlinge diese Belehrung wirklich nötig wie die Vergewaltigung und Ermordung von Maria zeigt.

In Worten kann ich nicht beschreiben wie unendlich leid es mir für Maria und ihre Familie tut. Mir ist klar wie wenig unsere Worte ihrer Familie am Ende wahrscheinlich bedeuten. Trotzdem ist es mir wichtig sie wissen zu lassen, dass ich dieses Verbrechen genauso verdamme wie die Deutschen. Nicht alle Afghanen sind so. Die Trauerfeier von Afghanen in Freiburg war keine Show sondern Ernst gemeint, da bin ich mir sicher.

Meiner Meinung nach sollten genau diese Verbrechter ohne Zögerung zurück geschickt werden. Die Deutschen haben uns letzten Herbst nach monatelanger Strapazen mit Blumen und einem herzlichen Willkommen in ihrer Mitte empfangen. Sie haben ihre Türen zu unserem Schutz und unserer Sicherheit geöffnet und uns in so vielen Belangen geholfen. Es ist mir unbegreiflich wie der 17-jaehrige Afghane mit einer so grausamen Tat auf die grosszügige Hilfe antworten konnte. Wer in einem anderen Land Schutz und Sicherheit sucht und dann die körperliche Unversehrtheit einer anderen Person verletzt, hat in meinen Augen keinen Schutz verdient, ganz egal was ihm in seinem Land blüht. Sie machen nicht nur den Deutschen das Leben schwer, sondern zerstören den Frieden und das Vertrauen zwischen Flüchtlingen und ihren Gastgebern tagtäglich. Diese Menschen müssen zurück geschickt werden ohne wenn und aber!

2 Kommentare
  • Petra sagt:

    Es tut mir leid, dass du pauschalmitverantwortlich gemacht wirst für respektloses, beleidegendes Verhalten von anderen, die aus deinem Land hierherkommen. Danke, dass du so klar und ruhig bleiben kannst.

    • yaqubiqais@yahoo.com sagt:

      Danke Petra fur dein Worte. Mir tut leid was mit Maria passiert ist und ich hoffe es passiert nicht wieder und dass Menschen in Deutschland verstehen wir sind nicht alle so.

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